Marc Wagnon lässt es auf "Earth is a Cruel Master" locker angehen. Leicht schwebt das Vibrafon über einem lockeren Rhythmus, Gitarre und Bass gesellen sich hinzu und entwickeln in "Echo Star" nachvollziehbar, was Wagnon im Begleittext mit "light, sound, vibrations" beschreibt.
Marc
Wagnon - "Earth is a Cruel Master"
Ganz so spielerisch geht es auf seinem dritten Album unter eigenem Namen nicht weiter. Wagnon ist seit über zwanzig Jahren in der Fusion-Szene unterwegs und kennt sein Handwerk. Doch schade, dass er sich anschließend dann mehr und mehr auf genau dieses verlässt. Keyboards und Gitarre treten mehr in den Vordergrund und die anfängliche Lässigkeit weicht einer musikalischen Steifheit.
Als Bandleader hat der Multiinstrumentalist Wagnon alle Zügel in den Händen. Sogar als Toningenieur ist er auf diesem Album noch verzeichnet. Vielleicht ist das der Grund, weshalb "Earth is a Cruel Master" schließlich mehr nach 70er Jahre klingt und die innovative Freiheit der beiden ersten Titel hinter sich lässt. Eigentlich schade, stellt er sich doch in seinem kurzen Begleittext als durchaus selbstironischer, grundsympathischer Musiker dar.
"Earth is a Cruel Master" ist ein melodiereiches Fusion-Jazz Album, das einen spielerischen Ansatz mit einer etwas altbackenen Durchführung vereint. Allerdings ist es niemals bösartig und monströs, wie sein Titel verheißt, sondern, ganz im Gegenteil, über weite Strecken funky und melodisch.
Michael Freerix
CD: Marc Wagnon - "Earth is a Cruel Master" (Buckyball Music br 023)
Marc Wagnon im Internet: www.myspace.com/marcwagnon
Buckyball Music im Internet: www.buckyballmusic.come
Cover: François Portman, Fred Rüegg und Nasa